Die Trajansmärkte
Das profane Pendant zum Trajansforum sind die Trajansmärkte (sie wurden vermutlich früher als das Forum errichtet). Ihre große Exedra ragt hinter den Ruinen des Forums auf Die Marktanlage mit Ladenbauten und sonstiger Nutzarchitektur sowie einer gut erhaltenen Marktstraße ist in die Abhänge des Quirinais hineingebaut. Ihr Baumeister war wie fast alle Bauten Trajans Apollodorus von Damaskus. Sie sind das besterhaltene Zeugnis antiker Zweckarchitektur in Rom.
Die Terrassen, die am Rang des Quirinals durch Erdabtragung realisiert wurden, um hier das Forum des Trajan zu hauen, wurden durch den Bau des Gebäudekomplexes aus Ziegelsteinen befestigt, der als Trajansmärkte bekannt ist. Die Fassade besteht aus einer Exedra mit zwei kleinen halbkreisförmigen Sälen, die vermutlich als Schule oder Auditorium benutzt wurden. Mit Sicherheit wurden im Forum, zumindest im späten Kaiserreich, Lehrveranstaltungen abgehalten, die von den beiden nahegelegenen Bibliotheken Gebrauch machten.
Im mittleren Teil der Anlage befanden sich elf Geschäfte (tabernae) im Erdgeschoss und zehn im ersten Stockwerk, wobei die letzteren, auf einen innengelegenen Flur zeigten. Die Schenken des letzten Stockwerks gingen auf die entgegengesetzte Seite, auf eine sich hinter dem Markt befindliche Strasse, der via Biberatica, die erst im Mittelalter wiederentdeckt wurde und deren Name, aus dem lateinischen Substantiv "biber" (Getränk) abgeleitet wird und bezieht sich womöglich auf die Schenken, in denen man etwas trinken gehen konnte. Die Trajansmärkte wurden auch für den Einzelverkauf genutzt, obwohl die Lagerung, der vom Staat verwalteten Lebensmittelvorräte, ihr eigentlicher Zweck waren.
Die Trajansmärkte bildeten sozusagen, das letzte Glied in der Kette der Warenverteilung, wobei auch der neue Hafen des Trajans in Fiumicino, eine wichtige Stellung einnahm.